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TICHKA – ATLAS CIRCUIT ist eine interdisziplinäre Tanzperformance, die Widerstand als körperliche und ästhetische Praxis untersucht. An der Schnittstelle von urbanem Tanz, zeitgenössischer Performance, Sound, Fotografie und Video nimmt die Arbeit ihren Ausgangspunkt in dem schweren Erdbeben, das den Hohen Atlas in Marokko im September 2023 erschütterte. Inspiriert von den Landschaften, Traditionen und Ritualen der Region erforscht TICHKA die Spannungen zwischen Flow und Rupture, zwischen Ritual und Community.
Die Berge werden zur Metapher für Stärke, Beständigkeit und Resilienz, aber auch für die unkontrollierbare und zerstörerische Kraft der Natur. Der Verlust von Kontrolle und die Erfahrung von Gemeinschaft werden dabei zu zentralen Momenten der künstlerischen Auseinandersetzung – sie verweisen auf kulturelle Identität und Kollektivität, aber auch auf soziale Ungleichheiten und strukturelle Machtverhältnisse. TICHKA folgt den Spuren kultureller Traditionen und kollektiver Erinnerung und fragt, was bleibt, wenn diese durch gesellschaftlichen Wandel ihre Orte, ihre Körper und ihre vertrauten Formen verlieren.
Aus persönlichen Begegnungen und Recherchen heraus entwickelt TICHKA eine körperliche Landschaft, in der organisches Floorwork, Wiederholung, Vibration und Rhythmus auf urbane Tanzdynamiken treffen. Der Atlas-Knochen, der den menschlichen Schädel trägt, wird zum Bild für Halt, Kontinuität und Flow. Visuelle und klangliche Dokumentationen aus der Atlasregion treffen auf bewegte Körper und verwandeln sich in dynamische Bildräume – zwischen Landschaft und Körper, Erinnerung und Gegenwart.
Cie Chara ist eine freie Tanzkompanie, die 2022 von der Choreografin und Breakerin Friederike Frost und dem Fotografen, Performer und Choreografen Yassine Alaoui Ismaili gegründet wurde. Zwischen Köln und Casablanca entwickeln sie transkulturelle Tanzproduktionen an der Schnittstelle von urbanem Tanz, zeitgenössischer Performance, Fotografie und Video. Im Zentrum stehen Fragen nach kultureller Identität, kollektiver Körperlichkeit und sozialen Räumen sowie nach den Verbindungen zwischen den Bewegungen und Choreographien des Alltags. Die recherchebasierte Arbeitsweise entsteht aus langfristigen künstlerischen Begegnungen und lokalen Kontexten. Tanz, Sound, Fotografie und Video werden als gleichwertige Ausdrucksebenen miteinander verbunden. Cie Chara arbeitet kontinuierlich mit Künstler:innen aus Marokko und NRW und ist eng mit der freien Tanzszene in Köln verbunden.
Choreographie: Friederike Frost & Yassine Alaoui Ismaili, gemeinsam mit den Tänzern
Tanz: Houssine Ait Belbaz, Mohamed Bouriri, Mohammed Garmoumi, Omar Barouch
Musik: Gregor Schwellenbach und andere
Outside Eye & dramaturgische Unterstützung: Douglas Bateman & Jonas Frey
Kostüme: Khalid Raji
Fotos: Yassine Alaoui Ismaili
In Koproduktion mit Tanzfaktur Köln
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Allgemeinen Projektförderung des NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste.
Mit Residenzen an der Scène National Carré-Colonnes (Blanquefort-Bordeaux), dem American Art Center Casablanca und L’Uzine Casablanca.