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Im Babylon, einem Kino aus den 1920er Jahren, beginnt der Abend als Film: eine Weihnachtsnacht, ein Mädchen namens Marie, ein Nussknacker mit einem Geheimnis. Dann schlägt es Mitternacht — und die Tänzerinnen und Tänzer steigen aus der Leinwand heraus, stehen leibhaftig im Saal. Spitzentanz, die Schlacht mit dem Mausekönig, ein Grand Pas de deux — Ballett, das auf den großen Opernbühnen zu Hause ist, auf einmal so nah, dass du spürst, wie die Schritte die Luft in Bewegung setzen. Der ganze Saal verwandelt sich in Maries Traum — und du sitzt mittendrin.
Hoffmanns Geschichte wird ganz erzählt: samt einer Nuss, die zu hart zum Knacken ist, und der Antwort, wie der Nussknacker zum Nussknacker wurde.
Tschaikowskys Musik trägt den Abend. Und die ganze Nacht lebt im Berlin der Zwanziger — der Film, die Kostüme, sogar der Saal, in dem du sitzt, ist längst Teil des Bühnenbildes.
Ist das ein Film oder ein Ballett?
Beides — in einer Vorstellung. Es beginnt als Film auf der großen Leinwand — dann übernimmt das Ballett: live, auf einer Bühne direkt darunter, und manchmal näher, als du erwarten würdest. Eine durchgehende Geschichte, ohne Pause.
Was für ein Ballett ist das?
Eine Originalproduktion der Berlin Ballet Company, choreografiert von Alexander Abdukarimov und Arshak Ghalumyan: Ballett von heute — klassische Technik, auf Spitze getanzt. Kostüme, Bühnenbild, der ganze Look — die Zwanzigerjahre, das Jahrzehnt, in dem das Babylon gebaut wurde.
Was für ein Film ist das?
Eigens für diese Inszenierung gedreht. Er beginnt als animierter Prolog — Hoffmanns Märchen von der harten Nuss, von ganz vorn erzählt — und wird dann zum Realfilm im Stil der Stummfilmzeit. Und wenn das Ballett beginnt, läuft der Film weiter: Die Geschichte wandert von der Leinwand auf die Bühne und zurück, bis zum letzten Bild.
Kann ich die Kinder mitbringen?
Ja, in jedem Alter — das entscheidest du. Es gibt nichts darin, was ein Kind nicht sehen dürfte, und der Geschichte lässt sich leicht folgen: Der animierte Prolog und der Film erzählen sie so klar, dass Kinder keine geflüsterten Erklärungen brauchen. Gut zu wissen: 80 Minuten ohne Pause.
Und die Musik?
Tschaikowskys Nussknacker, von Anfang bis Ende — auf der Leinwand wie auf der Bühne.