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Vor aller Augen bringen sie uns das Essen nach Hause, und bleiben doch so unsichtbar: Essenslieferanten. Der Autor Tomer Gardi verbindet ihre Geschichten zu einem weltumspannenden Gegenwarts-Epos. Sein Roman »Liefern« erzählt von Rassismus und Ausbeutung, von Liebe, Familie und der großen Sehnsucht nach Verbundenheit. So gegenwärtig, so international, so politisch und leichtfüßig zugleich war lange kein deutscher Roman.
Erzählt wird der Roman in sechs Kapiteln und aus der Sicht unterschiedlicher Figuren, die am Ende doch alle auf unterschiedliche Weisen zusammengehören.
Filmon, der aus Eritrea nach Tel Aviv geflüchtet ist, arbeitet als Lieferant. Er will genug Geld sammeln, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. Sein Job ist immer in Gefahr, er hat keine Arbeitserlaubnis und fährt unter falschem Namen. Seine Frau und Tochter lernen Deutsch bei Nina im Bildungszentrum, die zu einem Austauschsemester nach Delhi reist, wo sie sich in den Argentinier Ramón verliebt. Der Erzähler fährt nach Istanbul, um nach einer Gaunerei bei einem Literaturpreis das Preisgeld zu verprassen. Und in Buenos Aires muss Ramóns Mutter mit der Abwesenheit ihres Sohnes fertig werden.
In Kooperation mit dem Literaturzentrum Hamburg.