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„Aufklärung ist Ärgernis“, wusste der Schriftsteller und Historiker Karlheinz Deschner (1924-2014), und er fügte hinzu: „Wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher.“ Diese Aufgabe übernahm er selbst als kenntnisreicher und sprachmächtiger Kirchenkritiker – den einen zur Erhellung, anderen zum Ärgernis. 1986, vor nunmehr 40 Jahren, begann er mit der Veröffentlichung seiner wuchtigen Kriminalgeschichte des Christentums, die es schließlich auf zehn Bände bringen sollte – eine „akribische Offenlegung des himmelschreienden Widerspruchs zwischen den Worten Christi und den Taten der Christen durch zwei Jahrtausende“ (Hermann Gieselbusch). Sie bleibt ein Meilenstein der kritischen Hinterfragung der vielbeschworenen Geschichte des „christlichen Abendlandes“, ob es beispielsweise um Karl „den Großen“, um die Gräuel der Kreuzzüge oder, im 20. Jahrhundert, das willige Paktieren der Kirchen mit dem Faschismus geht. Daran zu erinnern, bleibt ebenso eine Notwendigkeit wie anzuerkennen, dass der aktuelle Papst Leo XIV. eine erfreulich klare Haltung gegen die Trumps, Hegseths und Musks dieser Welt bezieht. Das hätte wohl auch Karlheinz Deschner so gesehen.
Olaf Cless bietet einen Streifzug durch Leben und Werk Deschners und liest mit Mirjam Wiesemann Auszüge aus der Kriminalgeschichte und anderen Schriften. Ricarda Hinz zeigt Ausschnitte aus ihren Filmen über Deschner.