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Die feeLit – Internationales Literaturfestival Heidelberg gastiert vom 2. bis 5. Juli mit ihren Autor:innen nun schon zum zweiten Mal in der halle02. An unserem Festivalort soll es um Bücher und das Schreiben gehen. In diesem Jahr präsentiert die feeLit nationale und internationale Literaturstars und bringt Autor:innen mit ihrem Publikum zusammen.
feeLit 2026: Radka Denemarková – Schokoladenblut
Sprache: Deutsch
Radka Denemarková liest aus „Stunden aus Blei“ und führt in ein 19. Jahrhundert, das bis in unsere Gegenwart nachhallt. In ihrem Roman begegnen sich Nationalismus, Raubkapitalismus, patriarchale Gewalt und die Ausbeutung der Erde nicht als abgeschlossene Vergangenheit, sondern als Linien der Gewalt, die sich durch die Jahrhunderte ziehen. Zugleich wagt feeLit. mit einer der markantesten Stimmen der tschechischen Gegenwartsliteratur einen Blick voraus zur Frankfurter Buchmesse 2026 und ihrem Ehrengast Tschechien.
Mitte des 19. Jahrhunderts: Die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová schreibt ein patriotisches Märchen, dessen Botschaft sie selbst nicht überzeugt. Zur selben Zeit lebt George Sand in Frankreich ein radikal anderes Modell weiblicher Autorinnenschaft – selbstbestimmt und unangepasst. Während man in Europa um nationale Identitäten ringt, gründet auf der anderen Seite des Atlantiks J. D. Rockefeller sein Imperium auf einem dickflüssig-braunen Rohstoff und legt damit den Grundstein für eine neue Ära globaler Macht.
Radka Denemarková, geboren 1968, zählt zu den wichtigsten tschechischen Autorinnen der Gegenwart. Sie arbeitet als Dramatikerin, Drehbuchautorin, Essayistin und Übersetzerin deutscher Literatur und ist als einzige tschechische Autorin vierfache Preisträgerin des Magnesia Litera Preises. 2023 wurde sie in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. 2024 verlieh ihr der Präsident der Tschechischen Republik 2024 die Verdienstmedaille 1. Grades für die Verdienste um den Staat im Bereich der Kultur und Kunst.
»Ein glühender Appell, unsere Haltungen zu überdenken, denn wir tragen einen Makel in uns, der uns empfänglich macht für Demagogen, Heilsversprecher und vermeintliche Führer.« Michael Stavaric, Die Presse
»Radka Denemarkovás Prosa ist ein Zauberspiegel.« Olga Tokarczuk